Heimat der Mounties: Saskatchewan, Kinderstube der sympathischen Botschafter Kanadas

Heimat der Mounties: Saskatchewan, Kinderstube der sympathischen Botschafter Kanadas

Ungeduldig rutsche ich auf meinem eigens mitgebrachten Klappstuhl hin und her. Gleich geht es los. In der Ferne höre ich schon die Trommeln. Da! Jetzt kommen sie um die Ecke marschiert. Das Musikkorps führt die Truppe an, dicht gefolgt von den Mounties in ihren berühmten roten Paradeuniformen. In Reih und Glied ziehen sie im Gleichschritt an uns vorüber und verziehen dabei keine Miene. Nun kommt die Kanone – ein altmodisches Relikt aus längst vergangenen Tagen – bevor die berittenen Polizisten die Nachhut bilden. Der Platz vor der weißen Militärkapelle ist inzwischen gut gefüllt von RCMP Offizieren und Kadetten. Und ich bin mitten drin, in der Sunset Retreat Ceremony.
Es ist Dienstag, früher Abend. Mein Timing ist perfekt, denn ausgerechnet heute liegt die Provinzhauptstadt Regina auf der Route meiner Saskatchewan-Rundreise. Jeden Dienstag findet hier nämlich in den Sommermonaten auf dem Gelände der RCMP Depot Division eine der ältesten Militärparaden Kanadas statt. Die Sunset Retreat Ceremony geht auf eine britische Militärtradition aus dem 18. Jahrhundert zurück. Zum Sonnenuntergang wurde seinerzeit ein einzelner Trommler in die Straßen der Stadt geschickt, um den Wirten das Signal zu geben, die Tavernen zu schließen und die Soldaten zur Rückkehr zum Stützpunkt aufzufordern. Sobald letztere dort eingetroffen waren, wurde die Flagge mit einer Zeremonie eingeholt und der Tag galt offiziell als beendet. Heutzutage ist die Sunset Retreat Ceremony ein absolutes Muss für alle Besucher, die sich für die kanadische Polizei im Allgemeinen und die Entstehungsgeschichte der „Royal Canadian Mounted Police“ - kurz RCMP - im Besonderen interessieren. 90 Minuten dauert das farbenfrohe Spektakel, das neben der Parade mit Militärmusik und dem Einholen der kanadischen Flagge auch eine beeindruckende Präsentation von Exerzierübungen nach einem bestimmten militärischen Zeremoniell beinhaltet. Mit ihrer traditionellen Paradeuniform sind die Offiziere der RCMP, weltweit als „Mounties“ und sympathische Botschafter Kanadas bekannt, die Stars des Abends. Sie sehen aber auch wirklich schmuck aus: Waffenrock in leuchtendem Rot und mit königsblauem Abzeichen, gelbe Knöpfe und Tressen, dunkelblaue Reithosen, Reitstiefel und der berühmte breitkrempige Hut - die Kameras der Zuschauer klicken auf Hochtouren! Als krönender Abschluss wird die alte Kanone abgefeuert – ohrenbetäubend und mit mächtig viel Qualm.
Wie gut, dass ich am Nachmittag schon das RCMP Heritage Centre besucht habe. Dieses „Mounty-Museum“ informiert multimedial und interaktiv über die legendäre Geschichte der kanadischen Polizei. Die Entstehung und Entwicklung der Provinz Saskatchewan ist einzigartig mit der Geschichte der RCMP verbunden, die sich früher North West Mounted Police nannte.
FortWalsh in den hügeligen Cypress Hills im Südwesten der Provinz war von 1875 – 1883 das ursprüngliche Hauptquartier. Heute ist das Fort eine National Historic Site, an der Mitarbeiter in zeitgenössischen Kostümen das Lebensgefühl der North West Mounted Police wieder aufleben lassen. Die Überreste des weiter nördlich gelegenen FortBattleford erinnern an die bedeutende Rolle, die das Fort beim Aufstand der Métis – den Nachfahren europäischer Pelzhändler und Frauen indianischer Abstammung - und lokaler Sippen vom Stamm der Cree und Assiniboine First Nations gegen die kanadische Regierung im Rahmen der Nordwest Rebellion im Jahr 1885 spielte.
Die Geschichte der Ankunft der Mounties im Westen des Landes kann ohnehin nicht ohne das Verständnis ihrer frühen Interaktion mit den Ureinwohnern Kanadas erzählt werden. Überall in der Provinz zollen Sehenswürdigkeiten und Gedenkstätten Anerkennung für diese entscheidenden Episoden in der Geschichte Saskatchewans. Wood Mountain Post nahe der US-amerikanischen Grenze beispielswiese dokumentiert das Verhältnis und den respektvollen Umgang zwischen Major James Walsh und dem legendären Stammesältesten Sitting Bull. Der heutige Highway No. 13 – auch als Red Coat Trail bekannt – folgt darüber hinaus in etwa der Route des großen Marsches nach Westen, dem epischen Treck der North West Mounted Police nach Westkanada im Jahr 1874.
Zweifelsohne sind die Mounties heute ganz besonders mit Saskatchewans Hauptstadt Regina verbunden. Schließlich steht hier Kanadas einzige Trainingsakademie für den Polizei-Nachwuchs und somit die Kinderstube der RCMP. Jeder junge kanadische Polizist muss in Regina seine Grundausbildung absolvieren. Über 1.000 Kadetten machen hier jedes Jahr ihren Abschluss. Besucher können das Trainingscamp im Rahmen von täglichen Führungen in Augenschein nehmen.
Ihr reiterliches Können stellen die Mounties seit über hundert Jahren mit einer einzigartigen, mitreißenden Musikparade unter Beweis: dem berühmten MusicalRide. Er ist das absolute Aushängeschild und der ganze Stolz der kanadischen Polizei! 32 berittene RCMP Offiziere präsentieren hierbei eine Fülle an choreographisch komplexen Figuren unter dem Drill einer Kavallerie. Für nationale und internationale Auftritte reist die berühmte Truppe von Reitern und Pferden um die Welt.

Quelle: Denkzauber 02.12.19

Pingos - geheimnisvolle Hügel in den Northwest Territories

Pingos - geheimnisvolle Hügel in den Northwest Territories

Psst… Schon gehört?!? In den Northwest Territories gibt es ein Geheimnis, das kaum jemand kennt: Es handelt sich um eine der seltsamsten Landschaftsformen, die je entdeckt wurden. Gefrorene Eruptionen, die sich im Zeitlupentempo aus dem Permafrostboden der Tundra ergießen und sich als große grüne Hügel wie Wächter über das Polarmeer an der arktischen Küste erheben: Die geheimnisumwobenen „Pingos” entführen uns im äußersten Norden der Northwest Territories ans Ende der Welt!
Geheimnis #1:
Das Wort „Pingo” stammt aus der Sprache der Inuvialuit und bedeutet „kleiner Hügel”. Glücklicherweise führte der Botaniker Alf Porsild diesen Namen im Jahr 1938 auch bei den Wissenschaftlern der Arktis ein, denn sonst müssten wir den geologischen Fachbegriff „Hydrolakkolith“ nutzen (und wer könnte sich den schon merken…). Der Porsild Pingo bei Tuktoyaktuk erhielt seinen Namen zu Ehren des netten Forschers.
Geheimnis #2:
Pingos sind eine Art periglaziale Landschaftsform, d.h. sie entstehen durch einen Prozess des Gefrierens und Tauens. Während ihr Äußeres aus Tundra besteht, haben sie im Inneren einen Kern aus Eis. Wie eine Cola-Dose, die sich im Gefrierschrank langsam nach außen wölbt, wächst der mit Eis angestaute Pingo stetig an. Und wie bei der Dose, wird die Spitze des Pingos irgendwann aufplatzen und der ganze Hügel in sich zusammenfallen.
Geheimnis #3:
Pingos können so groß werden, wie ein Fußballstadion – bis zu 70 Meter hoch und mit einem Umfang, der gerne mal länger als einen halben Kilometer betragen kann.
Geheimnis #4:
Der massivste Pingo in ganz Kanada und zweitgrößte weltweit befindet sich direkt vor den Toren des arktischen Städtchens Tuktoyaktuk. Der legendäre Ibyuk Pingo ist so groß wie ein 15-stöckiges Gebäude und am Boden mehr als 300 Meter breit. Wie eine mit Eis gefüllte Zwiebel ergießt er sich über der Tundra, die ansonsten flach wie ein Pfannkuchen ist.
Geheimnis #5:
Und es kommt noch besser: Der Ibyuk Pingo wächst und wächst! Pro Jahr kommen stolze 2 Zentimeter dazu. Man schätzt, dass er 1.300 Jahre alt ist.
Geheimnis #6:
Das Mackenzie Delta hat die weltweit höchste Dichte an Pingos – hier befinden sich etwa 1.350 Stück der geheimnisvollen Hügel. Acht von ihnen, darunter der stolze Ibyuk, stehen im 16 km² großen Pingo National Landmark außerhalb Tuktoyaktuks unter der Obhut von Parks Canada.
Geheimnis #7:
Abgesehen vom gigantischen Ibyuk sind die Pingos im Pingo Canadian Landmark zwischen 5 und 36 Meter hoch. Sie repräsentieren verschiedene Wachstumsstadien, von neugeborenen Baby-Pingos bis zu älteren Senioren-Pingos, die bereits wieder im Begriff sind, in sich zusammenzufallen. 
Geheimnis #8:
Bereits seit Urzeiten nutzen die Inuvialuit der arktischen Küste Pingos als Navigationshilfe. Auch als Ausguck, um die Tundra nach Karibu oder das Meer nach Seehunden und Walen abzusuchen, sind die kleinen Hügel nützlich.
Um die Pingos einmal mit eigenen Augen zu sehen, sollte man eine Reise nach Tuktoyaktuk planen. Mit dem Flugzeug werden Tagesausflüge ab Inuvik angeboten und seit Herbst 2017 steht ganzjährig auch die neue Allwetterstraße zwischen Inuvik und Tuktoyaktuk für Ausflugsfahrten an den Arktischen Ozean bereit.

Quelle: Denkzauber 02.12.19

Regina like the locals: Saskatchewans Hauptstadt abseits der Touristenströme

Regina like the locals: Saskatchewans Hauptstadt abseits der Touristenströme

Viele Besucher kommen vor allem wegen ihnen nach Regina: Kanadas „Mounties“, weltweit berühmt durch ihre traditionelle rote Paradeuniform! Denn hier in der Hauptstadt Saskatchewans befindet sich das landesweit einzige Ausbildungszentrum für den Nachwuchs der Royal Canadian Mounted Police. Mehr als 1.000 junge Kadetten absolvieren hier jedes Jahr ihre Grundausbildung. Besucher dürfen das Geschehen hier und da als Zaungäste beobachten. Doch Regina hat noch mehr zu bieten als rote Polizeiuniformen und militärischen Drill! Wer die Stadt einmal wie ein echter „Local“ erleben möchte, reiht sich lieber nicht ein in die Warteschlagen der Museen, sondern geht auf Entdeckungstour abseits der Touristenströme und erkundet die Orte, die die Einheimischen lieben!
Mitten im Zentrum Reginas liegt Cathedral Village, ein freundliches Viertel, das – so heißt es – die höchste Lebensqualität der Stadt bietet. Schmucke Bäume säumen die schnurgeraden Straßen und ein bunt gemischtes Völkchen sorgt für kreative Angebote und Aktivitäten. Das Herz des Viertels mit vielen Ladenlokalen und Lokalitäten bildet die 13th Avenue. Hier ist für jeden das Richtige zu finden: leckere vegetarische Kost gibt es im Coffee House, in der Chocolaterie Bernhard Callbaut warten selbstgemachte Schokoladen-Köstlichkeiten, die nötige Fitness erhält man im Bodhi Tree Yoga und viele kleine Boutiquen wie Seed Sustainable Clothing (Kleidung mit Öko-Siegel), Uforia Muse (schicke Mode für Tag und Nacht) oder der Geschenke- und Schreibwarenladen Argento and Paper Umbrella laden zum Shoppen ein.
Einige Blocks weiter gibt es im Artful Dodger Cafe & Music Emporium in der 11th Avenue kulturelle Unterhaltung in gemütlicher Café-Atmosphäre. Hier werden Live Musik, Tanz-, Theater- oder Comedy-Aufführungen, eine zeitgenössische Kunst-Ausstellung, eine Whiskey- und Wein-Bar, leckere Riesenpizzen aus dem Holz-Lehmofen und vieles mehr geboten. An manchen Tagen schneien die Künstler einfach so hinein und liefern spontane Gigs. Zeit mitbringen und Atmosphäre einsaugen!
20 frisch gezapfte Biersorten und das beste Brunch der Stadt gibt es bei Victoria’s Tavern in der Hamilton Street. Das alte Gebäude stammt aus dem Jahr 1923 und war einst die Wirkungsstätte der Canada Loan and Trust Company. Erst im Frühsommer 2014 wurde der Innenbereich umgebaut und zeigt sich heute urig-gemütlich. Wer mit den Locals ins Gespräch kommen will, ist hier genau richtig!
Noch mehr Bier, und das mit einer Extraportion Entertainment und Spaß, bietet das Bushwakker’s Brewpub. Die familiengeführte Privatbrauerei blickt auf eine lange Tradition zurück. Bei einem längeren Aufenthalt in Stuttgart in den 1970er Jahren, entwickelte Firmengründer Bev Robertson eine große Leidenschaft für deutsches Bier und wollte nach seiner Rückkehr nach Kanada einen Gerstensaft entwickeln, der an Premium Pilsener erinnert. Nach einigen Widerständen konnte er schließlich Anfang der 1990er Jahre Reginas erste Braustube eröffnen und eine neue Bierkultur in Saskatchewan einführen. Neben ausgezeichneten Bieren und fabelhaftem Essen gibt es im Bushwakker’s Brewpub jede Menge Unterhaltung! Jeden Montag und Mittwoch sorgen Live Bands für reichlich Stimmung und jeden ersten Freitag im Monat wird der „First Firkin Friday“ zelebriert. Dabei wird ein Fässchen frischen Biers mit großem Tamtam in die Schankstube getragen, wo einer der Gäste mit einem Holzschlegel bewaffnet anzapfen darf. Dass hier meist nicht nur der Anzapfer nass wird, ist dabei der größte Spaß!
 „Fresh and local“ lautet die Devise auf Reginas Farmers‘ Market. Jeden Mittwoch und Samstag verwandelt sich die City Square Plaza im Stadtzentrum in einen wuseligen Bauernmarkt, bei dem frische lokale Produkte unters Volk gebracht werden. Schon mal die herrlichen Saskatoon Berries probiert? Frisch vom Farmer, eine Geschmacksexplosion!
Mitten in Regina befindet sich mit dem Wascana Centre einer der größten Stadtparks Nordamerikas. Die Einheimischen sind unglaublich stolz auf diese von Menschenhand geschaffene Parkanlage samt See und lieben es, die vielen asphaltierten Mehrzweck-Wege für ihre Frischluft-Aktivitäten zu nutzen – insgesamt stehen hier mehr als 8 km Strecke zur Verfügung. Neben Spaziergängern sind Jogger, Radler und im Winter auch gerne mal Skilangläufer am Start. Wer eventuell doch etwas vom „klassischen Besucherprogramm“ erleben möchte, kommt im Wascana Centre voll auf seine Kosten. Nicht nur Saskatchewans stattliches Parlamentsgebäude – das Legislative Building – ist hier angesiedelt, auch die MacKenzie Art Gallery, das Royal Saskatchewan Museum, das Saskatchewan Science Centre oder das Kramer Imax Theatre freuen sich hier auf internationale Gäste.
Regina rockt! Insbesondere im August, wenn zum alljährlichen Regina Folk Festival geladen wird, das im kommenden Jahr vom 11. – 13. August 2017 nun bereits zum 48. Mal stattfindet. Das ganze Wochenende steht im Zeichen der Musik aus unterschiedlichen Stilrichtungen und kulturellen Einflüssen. Auf einer Haupt- und diversen Nebenbühnen, bei Workshop Sessions und Kinderbespaßung, beim Künstlermarkt und an Verpflegungsstationen aus aller Herren Länder bebt der Big Rock Garden im Victoria Park in Downtown Regina.
Sportfreunde aufgepasst! Wer zur richtigen Zeit in der Stadt ist, darf es nicht verpassen, im Mosaic Stadium ein Heimspiel der Saskatchewan Roughriders zu besuchen. Saskatchewans Football-Mannschaft eilt der Ruf voraus, die leidenschaftlichsten (und verrücktesten) Fans der gesamten Canadian Football League zu haben! Bei Heimspielen erstrahlen die bunt geschmückten Menschen in Knallgrün und die ganze Stadt steht Kopf!
Genug vom Stadtleben? Dann nichts wie raus in die Natur! Keine 45 Minuten nördlich der City befindet sich am schönen Last Mountain Lake mit Regina Beach der Hausstrand der Hauptstädter. Seit dem frühen 20. Jahrhundert genießen die Einheimischen hier kurzweilige Wochenenden und Familienurlaube. Neben dem warmen Sandstrand lockt hier natürlich der See zum Bootsfahren, Angeln oder auch zum Stand-Up Paddling. Aber auch Segelboote oder Wakeboarder gehören zur typischen Szenerie und verleihen der Prärie hier ein fast schon mediterranes Ambiente.

Quelle: Denkzauber 28.11.19

Manitoba: Ein Churchill Kalendarium - was gibt’s wann zu sehen?

Manitoba: Ein Churchill Kalendarium - was gibt’s wann zu sehen?
 
Manitobas einsamer Außenposten Churchill, hoch oben im Norden der Provinz am Ufer der Hudson Bay gelegen, ist ein wahrer Magnet für Naturliebhaber mit Hang zum Abenteuer. Dass man hier im Herbst Eisbären beobachten kann, hat sich mittlerweile herumgesprochen. Aber Churchill hat weit mehr zu bieten - und das nicht nur im Herbst!
Das Jahr beginnt in Churchill mit einem atemberaubenden Feuerwerk der Natur! Wenn der Nachthimmel des Nordens im Februar und März bei klirrend kalten Temperaturen sternenklar ist und die Dunkelheit nicht dunkler sein könnte, sind die Bedingungen optimal, den magischen Tanz der Polarlichter zu erblicken. So, als ob jemand den Lichtschalter angeknipst hat, wirbeln urplötzlich, wie von Geisterhand, smaragdgrüne Lichtbänder durch den schwarzen Nachthimmel. Sie drehen sich um die eigene Achse, erst langsam, dann immer schneller und schneller. Durch seine Lage direkt unter dem Aurora Oval ist Churchill einer der besten Orte der Welt, um die Aurora Borealis zu sehen. Für Besucher gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Naturschauspiel zu beobachten: Einen wunderbaren 360° Rundumblick gibt es unter der Aurorakuppel des Churchill Northern Studies Centre, einer Forschungs- und Bildungseinrichtung an der Küste der Hudson Bay. Einen ähnlich guten Blick verspricht das Aurora Pod von Natural Habitat, das mit gemütlichen Liegestühlen und großem Glasdach begeistert. Wer mobil unterwegs sein möchte, schließt sich einer nächtlichen Tundra Buggy Tour von Frontiers North Adventures an, die den Polarlichtern auf dem zugefrorenen Churchill River begegnen. Last but not least zeigt sich das zauberhafte Spektakel natürlich auch auf den abgelegenen Wildnis-Lodges von Churchill Wild.
Im Mai und Juni heißt es in Churchill dann erstmals „Ran an den Feldstecher!“ ̶ es ist die Zeit der Vogelbeobachtung! Über 250 arktische Vogelarten nisten nun an der Flussmündung des Churchill River am Ufer der Hudson Bay oder überqueren die Region bei ihrem alljährlichen Frühjahrszug. Geführte Touren lokaler Reiseanbieter wie Nature 1st nehmen Vogelliebhaber mit auf die Pirsch, um einen Blick auf Sterntaucher, Küstenseeschwalben, Eiderenten, Sanderlinge, Regenpfeifer, Falkenraubmöwen, Schneegänse und Möwen zu erhaschen. Der am schwersten zu findende Vogel ist die seltene Rosenmöwe. Je nach Witterung kann eine Bootstour eine abenteuerliche Alternative sein, um nach Vögeln Ausschau zu halten, während der Skipper kunstvoll geformten Eisschollen ausweichen muss.
Der Sommer spült Heerscharen weißer Säugetiere in die Hudson Bay, denn mehr als 50.000 Belugawale verbringen die warme Jahreszeit in der Bucht. Rund 5.000 dieser freundlichen Meeressäuger kommen im Juli und August in die Flussmündungen von Churchill River und Seal River, um hier ihre Jungen zur Welt zu bringen. Besucher können die verspielten Weißwale auf verschiedene Arten beobachten: Bei einer Schiffstour kann man dem Gezwitscher der Belugas über Wassermikrofone lauschen. Etwas näher kommt man den freundlichen Tieren bei einer Fahrt im Zodiac, einem mit starken Motoren ausgestatteten Schlauchboot. Mit dem Kajak kann man ganz ohne störende Motorengeräusche dicht an die Walschulen heranpaddeln und wird mit einem freundlichen „Beluga-Lächeln“ empfangen. Örtliche Anbieter wie Sea North Tours veranstalten Tagesausflüge zum Beluga-Watching per Boot, Kajak oder Paddelboard (!). Andere Reiseveranstalter bieten mehrtägige Programme, um ihren Gästen in Churchill eine arktische Sommer-Safari zu ermöglichen.
Doch nun – endlich – zu den Eisbären! Churchill, selbsternannte „Eisbärenhauptstadt der Welt“, ist der weltweit am leichtesten zugängliche Ort, an dem man Eisbären in freier Wildbahn sehen kann. Und das nicht nur im Herbst, kurz bevor der Winter Einzug hält, sondern auch im Sommer! Den Reisezeitpunkt sollte man je nach Kulisse wählen, vor der man die mächtigen Tiere erleben möchte. Wer kaltes Wetter scheut, hat sicherlich mehr Freude daran, Eisbären im Sommer zu beobachten. Die Monate Juli und August eignen sich hierfür am besten. Typischerweise zeigen sich die Bären zu dieser Zeit jedoch nicht direkt in der Nähe der Stadt, sondern weiter außerhalb an der Küste der Hudson Bay. Der örtliche Reiseveranstalter Lazy Bear Expeditions bietet mit seinem Ultimate Arctic Summer Adventure eine wunderbare Sommer-Safari an, die einen ganztägigen Ausflug im Jet Boat entlang der Küste zum berühmt-berüchtigten Hubbard Point beinhaltet. Hier strecken die Eisbären gerne mal zur Abkühlung ihre mächtigen Pranken ins eiskalte Wasser der Bucht oder fläzen sich in der malerischen Szenerie der pinken arktischen Weideröschen. Auch Churchill Wild bietet an zweien seiner abgelegenen Wildnis-Lodges Sommerprogramme zu den Eisbären an. Hier sind die Gäste gemeinsam mit erfahrenen Guides im Lebensraum der arktischen Tiere zu Fuß unterwegs.
Wer davon träumt, Eisbären in einer weißen Schneelandschaft zu erleben, sollte im Oktober oder November nach Churchill kommen. Denn zu dieser Jahreszeit wandern hunderte von Eisbären aus ihren Sommerrevieren in der Tundra an das Ufer der Hudson Bay bei Churchill und warten dort darauf, dass die Bucht wieder zufriert. Durch den Zufluss des Churchill River ist der Salzgehalt im Wasser der Bucht an dieser Stelle geringer als andernorts, wodurch sich das Eis hier am schnellsten bildet. Die Bären lieben es in dieser Zeit des Wartens, Kontakt zu ihren Artgenossen aufzunehmen. Besonders die jungen Männchen üben beim „Sparing“ schon mal das Kämpfen für den Ernstfall. Besucher können dieses faszinierende Spektakel aus bärensicheren Tundra-Fahrzeugen von Anbietern wie Frontiers North Adventures oder Great White Bear Tours beobachten. Das Herz darf dann schon mal schneller schlagen, wenn sich das größte Landraubtier der Erde langsam nähert und die ungewöhnlichen Besucher neugierig beschnuppert. Wer noch mehr Nervenkitzel sucht, kann auch im Herbst an den abgelegenen Wildnis-Lodges von Churchill Wild bei geführten Wanderungen den Lebensraum der Eisbären zu Fuß erkunden.
Egal zu welcher Jahreszeit – Churchill bietet Abenteuer, die ihresgleichen suchen!

Quelle: Denkzauber 28.11.19

Reisepass Starker Andrang bei den Behörden im Jahr 2020 erwartet

Reisepass Starker Andrang bei den Behörden im Jahr 2020 erwartet
 
Das Innenministerium hat den Fachverband informiert, dass im Jahr 2020 ca. 1 Mio. Reisepässe ihre Gültigkeit verlieren. Das sind deutlich mehr Dokumente als in einem durchschnittlichen Jahr. Wer eine Reise plant, sollte also rechtzeitig prüfen, ob sein Reisepass noch gültig ist. Vor allem in den Monaten März bis Juli 2020 muss mit einem erhöhten Andrang in den Passämtern gerechnet werden. Das Beantragen eines neuen Reisepasses in antragsschwächeren Monaten spart Zeit.
 
Informationen zur Neuausstellung eines Reisepasses:  https://www.oesterreich.gv.at/themen/dokumente_und_recht/reisepass/Seite.020100.html.
Weiterführende Informationen zu Einreisebestimmungen gibt es hier: https://www.bmeia.gv.at/reise-aufenthalt/reiseinformation/laender.
 
Quelle: Wirtschaftskammer NÖ 22.10.19

Alberta: Reservierung Campingplätze

Alberta: Reservierung Campingplätze
 

Fast alle Campingplätze in Alberta und ganz Kanada können für den Reisezeitraum April 2019 bis März 2020 bereits online reserviert werden. Der Online- Reservierungsservice informiert sowohl über die Öffnungszeiten als auch Verfügbarkeiten der jeweiligen Campingplätze. Damit besteht vor Reiseantritt für alle Camper die Möglichkeit, ihre persönliche Reiseroute mit dem jeweils bevorzugten Campingplatz fest zu planen und zu buchen. In diesem Jahr sind 650 weitere Campingplätze online buchbar, darunter Komfort-Campingplätze und Campingplätze im Kananaskis Backcountry. Leider bleibt der größte Campingplatz im Jasper National Park - der Whistlers Campground - dieses Jahr aufgrund von nachhaltigen Renovierungsarbeiten geschlossen. Alternativen dazu sind auch im Online-Reservierungssystem zu finden.
 
Quelle: Travel Alberta 28.03.19
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